Über die Variante der Abrechnung über eine Pauschalvergütung oder der Einzelleistungsvergütung wird gerne gestritten. Hier gibt es leider kein pauschales Urteil, es kommt auf den Einzelfall an... oder andersherum gesagt, mit welcher Methode kann ich einen höheren Überschuß erwirtschaften?

Zur Illustration der Fragestellung, ob Einzelabrechnung oder Pauschale “besser” ist, ein Beispiel aus dem täglichen Leben.

Bietet ein Anbieter einen all-inclusive-Urlaub, hat er zuvor kalkuliert, wie viele Getränke ein Kunde wohl pro Tag im Durchschnitt verzehren wird oder wie viele Speisen in welchem Wert konsumiert werden. Manche Kunden gehen dabei häufiger, andere nicht ganz so häufig. Auch wie stark das sonstige Angebot (Fitness, Animation, Surfen, Tauchen, Segeln, Radfahren usw.) genutzt werden wird, hat Einfluss auf den kalkulierten all-inclusive- Preis.

Ist der Preis "durchkalkuliert", kann der Anbieter entweder all-inclusive anbieten, weil es sich für ihn rechnet, oder er bleibt bei der Einzelabrechnung jeder Position. Vernachlässigt man einige weitere Effekte, reduziert es sich auf die Frage, welches Angebot dem Anbieter einen höheren Gewinn bescheren wird. Würde der Anbieter mit der Einzelabrechnung jedes Getränkes oder Essens exakt gleich viel erlösen wie mit der Flat, dann fährt er mit der Flat viel besser. Denn für eine Einzelabrechnung benötigt er Personal, das kassiert, die Kasse bedient, kassiert bzw. vom Kunden unterzeichnete Rechnungsduplikate an eine Zentrale zur weiteren Verarbeitung udn Buchführung gibt usw. Die Einzelabrechnung bedeutet für den Anbieter einen deutlich höheren administrativen Aufwand als die Flatrate.

Auch ein Kunde kann beschließen, dass ihm eine Flat viel lieber ist als eine Einzelabrechnung. Dann kalkuliert der Anbieter seinen Preis, unter Berücksichtigung der speziellen Vorlieben des Kunden (z. B. verzehrt der Kunde vorwiegend Austern und möchte dazu Champagner trinken). Die Flat wird am Ende so kalkuliert sein, dass der Anbieter im Durchschnitt trotzdem noch einen Gewinn erzielt. Auch der Kunde wird damit, im Durchschnitt, besser fahren als mit einer Einzelabrechnung.
Denn die niedrigeren administrativen Kosten kann der Anbieter an den Kunden ja weiterreichen, wodurch sich die Gesamtkosten für den Kunden senken.

Bei Bedarf kann man auch bei einer Flatrate die Menge nach oben begrenzen.

Überträgt man das Szenario auf eine Arztpraxis, kommt man natürlich zu ähnlichen Ergebnissen, denn eine Praxis, oder ein Krankenhaus entspricht einem Wirtschaftsunternehmen, dass sich genau so mit den Abrechnungsmodalitäten beschäftigen muß, wie der Urlaubsanbieter.
Statt im Durchschnitt pro Rechnung 95,54 Euro direkt an den Patienten zu liquidieren, könnte die Praxis auch pauschal 95 Euro an eine Verrechnungsstelle liquidieren.

Die Praxis spart bei der Vorgehensweise das Porto, Papier, Briefumschlag und Bearbeitungszeit für die Eingabe von Ziffern, die Prüfung der Rechnungsstellung, die Prüfung der einzelnen Zahlungseingänge etc. In diesem speziellen Beispiel sei die gelieferte Menge in beiden Fällen gleich, sowohl bei der Pauschalen als auch bei der Einzelabrechnung.

Nicht die Frage ob Pauschale oder Einzelleistungsvergütung ist von Bedeutung. Wichtig ist nur, mit welchem Verfahren ein (ggf. höherer) Überschuss erzielt werden kann.

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